Wenn du zum ersten Mal eine hohe Dosis CBD einnimmst, weißt du nicht, was dich erwartet. Kein Rausch, kein Hochgefühl - aber auch kein normales Gefühl. Es ist, als würde dein Körper langsam den Lautsprecher herunterschalten. Die innere Anspannung, die du seit Tagen mitgeschleppt hast, wird leiser. Nicht verschwunden. Aber deutlich gedämpft.
Was passiert im Körper?
CBD wirkt nicht wie THC. Es bindet nicht direkt an die CB1-Rezeptoren im Gehirn, die für das typische Rauschgefühl verantwortlich sind. Stattdessen beeinflusst es das Endocannabinoid-System indirekt. Es hilft deinem Körper, mehr von den eigenen Cannabinoiden zu behalten - besonders von Anandamid, dem sogenannten Glückshormon. Wenn du eine hohe Dosis CBD einnimmst, etwa 50-100 mg, dann spürst du das meistens nach 45 bis 90 Minuten. Es kommt nicht plötzlich. Es schleicht sich an.
Einige Menschen beschreiben es als ein sanftes Wärmegefühl in der Brust oder am Hals. Andere spüren eine leichte Taubheit in den Gliedmaßen, als ob die Finger und Zehen etwas schwerer geworden wären. Keine Lähmung. Keine Benommenheit. Nur eine tiefe Entspannung, die sich wie ein sanfter Teppich ausbreitet.
Die häufigsten Gefühle nach hoher CBD-Dosis
- Entspannung ohne Benommenheit: Du bist nicht müde, aber du willst nicht mehr rennen. Du sitzt einfach da. Und es fühlt sich richtig an.
- Reduzierte Angst: Die Gedanken, die dir sonst im Kreis laufen, hören auf, sich zu wiederholen. Es ist nicht, als würdest du sie vergessen. Du siehst sie einfach klarer. Wie Wolken, die vorbeiziehen.
- Geringere Schmerzwahrnehmung: Wenn du unter chronischen Schmerzen leidest - etwa Rücken, Knie oder Migräne - wird die Intensität oft um 30-50 % gemildert. Nicht weg. Aber erträglicher.
- Verbesserte Schlafbereitschaft: Du fühlst dich nicht schläfrig, aber dein Körper sagt: Jetzt ist es Zeit, runterzufahren. Die innere Uhr wird sanft zurückgesetzt.
- Leichte Übelkeit oder trockener Mund: Das passiert bei manchen, besonders bei höheren Dosen. Es ist kein Notfall. Trink etwas Wasser. Die Symptome gehen in 20-30 Minuten vorbei.
Was du nicht spürst - und warum
Viele erwarten, dass CBD sie "high" macht. Es macht dich nicht high. Es macht dich nicht euphorisch. Es macht dich nicht schläfrig wie ein Beruhigungsmittel. Es verändert nicht deine Wahrnehmung von Farben, Geräuschen oder Zeit. Es verändert deine Beziehung zu deinem eigenen Körper.
Stell dir vor, du hast seit Jahren ständig einen lauten Hintergrundlärm im Kopf. Stress, Sorgen, körperliche Beschwerden. CBD schaltet diesen Lärm nicht ab. Es gibt dir den Raum, ihn zu hören - und trotzdem ruhig zu bleiben. Das ist der Unterschied.
Was passiert bei zu viel CBD?
Es gibt keine tödliche Überdosis. Das hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in mehreren Studien bestätigt. Aber das heißt nicht, dass mehr immer besser ist.
Bei Dosen über 150 mg pro Tag - das ist weit über der empfohlenen Menge - berichten manche Menschen von:
- Leichter Schwindel
- Verstärkter Müdigkeit
- Verändertem Appetit (meist Abnahme)
- Temporärer Leberenzyme-Veränderung (nur bei langfristiger Hochdosierung)
Ein Fall aus einer Studie der Universität Wien 2024: Eine 52-jährige Frau nahm über drei Wochen täglich 200 mg CBD ein - aus Angst, dass 100 mg nicht ausreichen würden. Sie fühlte sich ständig schwer, hatte Konzentrationsprobleme und schlief 11 Stunden. Nach Absetzen war alles innerhalb von 48 Stunden zurückgekehrt.
Das ist kein Gift. Das ist ein Hinweis: Dein Körper braucht nicht mehr. Er braucht Gleichgewicht.
Wie du es richtig machst
Beginne immer niedrig. 10-20 mg am Anfang. Beobachte, wie du dich in 2-3 Stunden fühlst. Warte mindestens 3 Tage, bevor du erhöhst. Die meisten Menschen finden ihre optimale Dosis zwischen 25 und 60 mg pro Tag. Höhere Dosen sind nicht automatisch besser. Sie sind nur teurer.
Wichtig: CBD wirkt anders, je nachdem, wie du es nimmst.
- Öl unter die Zunge: Wirkung in 20-40 Minuten. Direkt, klar, präzise.
- Kapseln: Wirkung nach 60-90 Minuten. Langsam, aber länger anhaltend.
- Edibles (Gummibärchen): Wirkung nach 90-120 Minuten. Kann unvorhersehbar sein - manche spüren nichts, andere extrem viel.
Wenn du CBD zum ersten Mal in höherer Dosis nimmst: Tue es nicht am Abend vor einer wichtigen Prüfung, einem Meeting oder einer Fahrt. Probier es an einem Tag, an dem du Zeit hast. Im Bett. Auf der Couch. In der Natur.
Was andere sagen - echte Erfahrungen
Ein 37-jähriger Lehrer aus Salzburg, der unter chronischer Angst leidet: "Ich habe 75 mg CBD abends genommen. Nichts ist passiert. Kein Rausch. Kein Schlaf. Aber ich habe zum ersten Mal seit Jahren nicht mit dem Kopf gegen das Kissen gepresst. Ich habe einfach aufgehört, zu kämpfen. Das war der Moment, in dem ich begriffen habe: CBD hilft nicht, indem es etwas verändert. Es hilft, indem es dir erlaubt, aufzuhören, es ändern zu wollen."
Eine 49-jährige Physiotherapeutin mit Fibromyalgie: "Ich dachte, CBD wäre eine Art natürliche Morphium-Alternative. Es ist das Gegenteil. Es nimmt den Schmerz nicht weg. Aber es nimmt die Angst vor dem Schmerz. Und das ist der größte Unterschied."
Was du vermeiden solltest
- Nicht mit Alkohol mischen. Beides wirkt beruhigend - zusammen kann das zu übermäßiger Sedierung führen.
- Nicht als Ersatz für verschriebene Medikamente nutzen. CBD ist kein Arzneimittel. Es ist eine Ergänzung.
- Nicht bei Schwangerschaft oder Stillzeit einnehmen. Die Daten sind zu unsicher.
- Nicht bei Lebererkrankungen ohne Rücksprache mit einem Arzt.
Langfristige Wirkung: Was bleibt?
Nach mehreren Wochen regelmäßiger Einnahme verändern sich nicht nur die Symptome. Sondern auch deine Reaktion auf Stress.
Studien aus dem Jahr 2025 zeigen: Menschen, die über 6 Wochen täglich 50 mg CBD nahmen, zeigten eine signifikante Reduktion der Cortisol-Ausschüttung bei Stresssituationen - um durchschnittlich 31 %. Das ist nicht ein Effekt. Das ist eine Umstellung.
Du wirst nicht plötzlich glücklich. Aber du wirst weniger anstrengend versuchen, glücklich zu sein. Und das macht den Unterschied.
Kann CBD süchtig machen?
Nein. CBD ist nicht abhängig machend. Die WHO hat 2018 bestätigt, dass CBD kein Missbrauchspotenzial hat. Es aktiviert nicht das Belohnungssystem im Gehirn wie THC oder Nikotin. Du kannst es einstellen, ohne Entzugserscheinungen zu bekommen.
Wann ist CBD am wirkungsvollsten?
Am wirkungsvollsten ist CBD, wenn du es regelmäßig nimmst - nicht nur bei akuten Beschwerden. Die Wirkung baut sich über Tage und Wochen auf. Ähnlich wie bei Omega-3-Fettsäuren oder Magnesium. Es geht nicht um einen schnellen Kick. Es geht um eine sanfte Neuausrichtung deines Nervensystems.
Ist CBD legal in Österreich?
Ja, solange es aus EU-zugelassenem Hanf stammt und der THC-Gehalt unter 0,2 % liegt. Das ist in Österreich und der gesamten EU gesetzlich geregelt. Du kannst CBD-Produkte legal kaufen, ohne Rezept. Achte nur auf die Zertifizierung und den Laborbericht des Herstellers.
Warum fühle ich mich nach CBD manchmal müder als vorher?
Das liegt oft an der Dosis oder der Qualität. Zu viel CBD kann die Schlaf-Wach-Regulation übersteuern. Auch minderwertige Produkte mit unerwünschten Zusatzstoffen können müde machen. Prüfe die Inhaltsstoffe. Und reduziere die Dosis, wenn du dich schwer fühlst.
Kann CBD mit anderen Medikamenten interagieren?
Ja. CBD hemmt bestimmte Leberenzyme (CYP3A4, CYP2C19), die viele Medikamente abbauen - etwa Blutverdünner, Antiepileptika oder Antidepressiva. Wenn du regelmäßig Medikamente nimmst, sprich mit deinem Arzt, bevor du CBD einsetzt. Es ist kein Risiko, aber eine Abstimmung.