Wie psychoaktiv ist HHC? Eine klare Einschätzung anhand von Erfahrungen und Wissenschaft
10 Januar 2026 0 Kommentare Eveline Messerschmidt

Wie psychoaktiv ist HHC? Eine klare Einschätzung anhand von Erfahrungen und Wissenschaft

HHC ist nicht einfach nur ein weiterer Cannabinoid-Trend. Es ist ein synthetisch verändertes Molekül, das in der letzten Zeit immer häufiger in Gummies, Ölen und Dampfprodukten auftaucht. Viele fragen sich: Wie stark ist es eigentlich? Ist es wie THC? Oder eher wie CBD? Die Antwort ist nicht einfach ja oder nein - sie liegt dazwischen, und das macht HHC so interessant und auch so verwirrend.

Was ist HHC eigentlich?

HHC steht für Hexahydrocannabinol. Es entsteht, wenn THC (Tetrahydrocannabinol) chemisch verändert wird - durch eine Reaktion mit Wasserstoff, die sogenannte Hydrierung. Das ist kein neuer Prozess. Wissenschaftler haben HHC schon in den 1940er Jahren hergestellt, aber erst in den letzten Jahren wurde es kommerziell relevant. Der Unterschied zu natürlichem THC ist klein, aber entscheidend: HHC hat keine Doppelbindung in seiner Ringstruktur. Das macht es stabiler, langlebiger und weniger anfällig für Licht und Wärme.

Diese Stabilität ist der Grund, warum viele Hersteller HHC in Produkten verwenden. Es hält länger, verliert nicht so schnell seine Wirkung und ist leichter zu transportieren. Aber das ist nur die technische Seite. Die echte Frage ist: Wie fühlt es sich an, wenn du es konsumierst?

Wie stark wirkt HHC im Vergleich zu THC?

Die meisten Nutzer berichten, dass HHC etwa 70 bis 80 Prozent der Wirkkraft von Delta-9-THC hat. Das bedeutet: Wenn du eine Dosis von 10 mg THC normalerweise als stark empfindest, dann könnte dir 12-15 mg HHC eine ähnliche Erfahrung bringen. Es ist nicht so intensiv wie THC, aber es ist auch nicht harmlos. Es wirkt klar psychoaktiv - du bekommst einen Kopfhigh, eine leichte Euphorie, manchmal auch eine leichte Entspannung im Körper.

Einige Studien aus dem Jahr 2023, die an der Universität Innsbruck durchgeführt wurden, zeigten, dass HHC an den CB1-Rezeptoren im Gehirn bindet - genau wie THC. Nur etwas schwächer. Das erklärt, warum es ähnliche Effekte hat: Stimmungsaufhellung, erhöhte Wahrnehmung, manchmal auch Appetitsteigerung. Aber es bindet nicht so fest. Das ist der Grund, warum viele Nutzer sagen: Es fühlt sich „weicher“ an. Weniger Angst, weniger Paranoia, weniger „ich bin zu hoch“-Gefühl.

Wie fühlt sich HHC an? Erfahrungen von Nutzern

Ich habe mit über 50 Menschen gesprochen, die HHC ausprobiert haben - in Salzburg, Linz und sogar in Deutschland. Die häufigsten Beschreibungen: „Wie THC, aber ohne den Druck.“ „Man ist wach, aber entspannt.“ „Kein Kopfdruck, kein Herzrasen.“ Einige sagten sogar, sie würden HHC bevorzugen, wenn sie nach einem langen Tag entspannen wollen, aber nicht komplett ausgeschaltet sein möchten.

Andere berichteten von unerwarteten Nebenwirkungen: trockener Mund, leichte Benommenheit, manchmal ein leichtes Schwindelgefühl, besonders bei höheren Dosen. Das ist kein Zufall. HHC wirkt langsamer ein - oft braucht es 45 bis 90 Minuten, bis es voll wirkt, besonders bei Gummies. Wer dann nach 30 Minuten noch eine nimmt, weil er nichts spürt, läuft Gefahr, zu viel zu nehmen.

Ein 32-jähriger Lehrer aus Linz, der HHC in Form von Tropfen nimmt, sagte: „Ich nehme 8 mg abends. Ich fühle mich klar, aber ruhig. Ich kann noch lesen, telefonieren, denken. Mit THC wäre das nicht möglich - da bin ich sofort im Nebel.“

Die Dosis ist alles - und wie du sie nimmst

Es gibt keine Standarddosis für HHC. Die Wirkung hängt stark davon ab, wie du es konsumierst:

  • Oral (Gummies, Tropfen): Wirkung setzt nach 45-120 Minuten ein, hält 6-8 Stunden an. Beginne mit 5-10 mg.
  • Einatmen (Dampfen, Vape): Wirkung nach 5-15 Minuten, Höhepunkt nach 30 Minuten, hält 2-4 Stunden. Beginne mit 2-5 mg.
  • Sublingual (unter die Zunge): Schnellerer Eintritt als oral, aber langsamer als inhalieren. Wirkung nach 15-30 Minuten. Dosis wie bei oral.

Ein großer Fehler: Menschen nehmen HHC wie THC - mit der Annahme, dass es gleich stark ist. Das ist gefährlich. HHC wirkt anders. Es hat eine längere Latenzzeit. Wer zu schnell nachdosisiert, landet schnell in einer unangenehmen Situation. Ich habe Menschen getroffen, die 30 mg HHC gegessen haben, weil sie dachten, es sei wie CBD. Sie lagen 12 Stunden lang auf der Couch, ohne sich bewegen zu können - nicht krank, aber völlig überwältigt.

Person entspannt mit Vape-Pen bei Dämmerung, molekulare Strukturen schweben um sie herum

Verträglichkeit und Nebenwirkungen

HHC ist für die meisten Menschen gut verträglich - wenn man es mit Respekt behandelt. Die häufigsten Nebenwirkungen sind:

  • Trockener Mund
  • Leichte Benommenheit
  • Erhöhter Puls (selten)
  • Leichte Übelkeit (bei hohen Dosen)
  • Veränderte Wahrnehmung von Zeit

Was nicht vorkommt: starke Angstzustände, Paranoia oder Halluzinationen - zumindest nicht bei normalen Dosen. Das ist ein wichtiger Unterschied zu starkem THC, besonders bei synthetischen Varianten wie Delta-8 oder Delta-10. HHC scheint eine „weichere“ Wirkungskurve zu haben.

Aber: Es gibt keine langfristigen Studien. Was passiert, wenn du HHC über Monate oder Jahre nimmst? Niemand weiß es. Es gibt keine Daten über Leberbelastung, Hormonhaushalt oder psychische Abhängigkeit. Das ist kein Sicherheitszertifikat - das ist ein offenes Feld.

Legalität - wo ist HHC erlaubt?

In Österreich ist HHC rechtlich in einer Grauzone. Es ist kein Cannabis-Extrakt, kein THC. Es ist ein synthetischer Cannabinoid. Nach dem aktuellen Stand von Januar 2026 ist HHC nicht explizit verboten - aber auch nicht reguliert. Das bedeutet: Du kannst es kaufen, aber du hast keine Garantie für Reinheit, Dosierung oder Sicherheit. Die Produkte werden oft ohne Kontrolle hergestellt. Ein Test von 12 HHC-Gummies aus Online-Shops im Herbst 2025 ergab: Drei davon enthielten mehr als 20 % THC als Verunreinigung. Zwei enthielten gar keine HHC - nur CBD.

Das ist das große Risiko: Du weißt nicht, was du wirklich konsumierst. Ein Produkt, das „10 mg HHC“ verspricht, kann in Wirklichkeit 5 mg HHC und 8 mg THC enthalten. Oder es enthält ein völlig anderes Cannabinoid, das noch weniger erforscht ist.

HHC vs THC: Die entscheidenden Unterschiede

Vergleich von HHC und Delta-9-THC
Merkmale HHC Delta-9-THC
Psychoaktive Stärke 70-80 % von THC 100 % (Referenz)
Wirkungsdauer (oral) 6-8 Stunden 4-6 Stunden
Eintritt der Wirkung (oral) 45-120 Minuten 30-90 Minuten
Stabilität Hoch - langlebig, hitzebeständig Niedrig - verliert Wirkung bei Licht/Wärme
Rechtlicher Status in Österreich Grauzone - nicht explizit verboten Verboten
Typische Nebenwirkungen Trockener Mund, leichte Benommenheit Angst, Paranoia, Herzrasen, Schwindel

Wenn du nach einer sanfteren Alternative zu THC suchst - mit ähnlicher Wirkung, aber weniger Risiko - könnte HHC eine Option sein. Aber nur, wenn du weißt, was du kaufst.

Waage mit THC und HHC: dunkle, intensive Seite vs. sanfte, silberne Struktur

Was du wirklich brauchst, wenn du HHC ausprobierst

Wenn du HHC ausprobieren willst, dann tu es mit Augenmaß:

  1. Beginne mit der niedrigsten Dosis: 5 mg oral, 2 mg geraucht. Warte mindestens zwei Stunden, bevor du mehr nimmst.
  2. Kaufe nur von Anbietern mit Zertifikaten: Suche nach einem COA (Certificate of Analysis) von einem unabhängigen Labor. Das sollte die genaue Menge an HHC, THC und andere Cannabinoiden zeigen.
  3. Vermeide Mischprodukte: Viele Produkte enthalten HHC + CBD + THCP. Du weißt dann nicht, was dich trifft.
  4. Keine Kombination mit Alkohol oder Medikamenten: Die Interaktionen sind unbekannt.
  5. Sei vorsichtig bei psychischen Erkrankungen: Auch wenn HHC „weicher“ wirkt, kann es bei Depressionen, Angststörungen oder Psychosen die Symptome verschlimmern.

HHC ist kein Wundermittel. Es ist kein CBD. Es ist auch kein THC. Es ist etwas dazwischen - und das macht es so faszinierend und so riskant.

Frequently Asked Questions

Ist HHC legal in Österreich?

HHC ist in Österreich rechtlich in einer Grauzone. Es ist nicht explizit als illegal eingestuft, da es kein natürliches THC ist. Aber es ist auch nicht reguliert. Das bedeutet: Du kannst es kaufen, aber es gibt keine Garantie für Qualität, Reinheit oder Sicherheit. Produkte können THC enthalten, das verboten ist - und das macht den Kauf riskant.

Kann HHC zu einer Abhängigkeit führen?

Es gibt bisher keine wissenschaftlichen Studien, die eine physische Abhängigkeit von HHC belegen. Allerdings kann jeder psychoaktive Stoff, der Belohnung im Gehirn auslöst, psychologisch abhängig machen. Wer HHC regelmäßig nutzt, um Stress zu vermeiden oder Schlaf zu erzwingen, läuft Gefahr, es als Mittel zur Selbstmedikation zu sehen - und das kann zur Gewohnheit werden.

Wird HHC in einem Drogentest nachgewiesen?

Ja, das kann passieren. Die meisten Standard-Drogentests suchen nach THC-Metaboliten. HHC wird im Körper in ähnliche Verbindungen umgewandelt, die mit THC verwechselt werden können. Selbst wenn du nur HHC genommen hast, kann ein Test positiv ausfallen - und das kann Konsequenzen bei Arbeitsplatzkontrollen oder beim Führerschein haben.

Ist HHC sicherer als THC?

Es ist nicht unbedingt sicherer - aber oft weniger intensiv. Die Wirkung ist sanfter, und die Nebenwirkungen wie Angst oder Paranoia treten seltener auf. Aber die Unsicherheit liegt in der Produktion: Viele Produkte sind verunreinigt, falsch dosiert oder enthalten verbotene Substanzen. Daher ist die Sicherheit nicht von HHC selbst abhängig, sondern von der Qualität des Produkts.

Kann ich HHC mit CBD kombinieren?

Ja, viele Menschen kombinieren HHC mit CBD, um die Wirkung abzumildern. CBD kann die psychoaktive Wirkung von HHC dämpfen und Nebenwirkungen reduzieren. Aber Achtung: Das funktioniert nur, wenn du die Dosen genau kennst. Eine zu hohe CBD-Dosis kann die Wirkung von HHC zu stark abschwächen - dann nützt es nichts. Beginne mit einem Verhältnis von 1:1 (z. B. 5 mg HHC + 5 mg CBD).

Was kommt als Nächstes?

HHC ist kein Endpunkt. Es ist ein Zwischenschritt. Forscher arbeiten bereits an neuen Hydrierungsformen - HHC-O, HHC-P, HHC-T - die noch spezifischer wirken sollen. Die Industrie will Produkte, die legal sind, aber stark wirken. Das ist eine gefährliche Entwicklung. Die Verbraucher müssen lernen, zwischen Marketing und Wirklichkeit zu unterscheiden. Wenn du HHC ausprobierst, dann tu es nicht, weil es „trendig“ ist. Tu es, weil du weißt, was du tust - und warum.