Ist THCP in Schweden legal? Alles, was Sie über THCP-Gummibärchen und das schwedische Recht wissen müssen
16 Januar 2026 0 Kommentare Eveline Messerschmidt

Ist THCP in Schweden legal? Alles, was Sie über THCP-Gummibärchen und das schwedische Recht wissen müssen

Wenn Sie THCP-Gummibärchen in Schweden kaufen oder einreisen möchten, dann sollten Sie genau wissen, was erlaubt ist und was nicht. THCP ist kein gewöhnliches Cannabinoid wie CBD oder sogar THC. Es ist eine künstlich verstärkte Verbindung, die bis zu 30-mal stärker wirken kann als herkömmliches THC. Und genau das macht es zu einem rechtlichen Graubereich - besonders in Ländern mit strengen Drogenkontrollen wie Schweden.

Was ist THCP überhaupt?

THCP, kurz für Tetrahydrocannabiphorol, ist ein natürlich vorkommendes Cannabinoid, das 2019 von italienischen Forschern entdeckt wurde. Es kommt in sehr geringen Mengen in einigen Cannabis-Sorten vor, wird aber heute hauptsächlich synthetisch hergestellt, um es in Gummibärchen, Öle und E-Liquids zu verarbeiten. Seine chemische Struktur ähnelt THC, hat aber eine längere Seitenkette - das ist der Grund, warum es so viel stärker an die CB1-Rezeptoren im Gehirn bindet.

Einige Nutzer berichten, dass ein einzelnes THCP-Gummibärchen eine Wirkung hat, die mit drei bis fünf herkömmlichen THC-Gummibärchen vergleichbar ist. Das klingt verlockend - aber auch riskant. Die langfristigen Auswirkungen sind kaum erforscht, und die Dosis ist schwer einzuschätzen. In Schweden ist das kein kleines Problem, sondern ein zentrales juristisches Thema.

Wie regelt Schweden Cannabinoid-Produkte?

Schweden hat eine der strengsten Drogenpolitiken in Europa. Das Gesetz basiert auf dem Lagen (1992:860) om narkotika - dem Narkotikagesetz von 1992. Danach ist jede Substanz, die eine ähnliche Wirkung wie THC hat, automatisch als Rauschmittel eingestuft, unabhängig davon, ob sie aus Cannabis stammt oder synthetisch hergestellt wurde.

Das bedeutet: Wenn THCP die gleiche Wirkung wie THC entfaltet - und das tut es - dann fällt es unter das Verbot. Es spielt keine Rolle, ob das Produkt als „nicht-psychoaktiv“ oder „CBD-ähnlich“ beworben wird. Die schwedische Drogenbehörde (Läkemedelsverket) und die Polizei bewerten Produkte nach ihrer Wirkung, nicht nach ihrer Herkunft.

Im Jahr 2023 hat die schwedische Regierung explizit eine Liste von synthetischen Cannabinoiden aktualisiert, die alle als verbotene Substanzen gelten. THCP war nicht explizit aufgeführt - aber das ist irrelevant. Die Gesetzesformulierung ist absichtlich breit: „Jede chemische Verbindung, die eine psychoaktive Wirkung wie THC hat, ist verboten.“

Warum ist THCP-Gummibärchen besonders riskant in Schweden?

THCP-Gummibärchen sind besonders problematisch, weil sie leicht zu verwechseln sind mit legalen CBD-Produkten. Viele Hersteller verpacken sie in ähnliche Verpackungen, verwenden grüne Farben, schreiben „hochwertiges Cannabinoid“ und verstecken die Inhaltsstoffe in winziger Schrift. In Schweden ist das kein Versehen - das ist ein gezielter Versuch, das Gesetz zu umgehen.

Im Jahr 2024 wurden in Malmö und Stockholm mehr als 120 Pakete mit THCP-Gummibärchen von der Zollbehörde beschlagnahmt. Die meisten kamen aus den Niederlanden oder Deutschland, wo THCP noch in einer rechtlichen Grauzone existiert. Aber in Schweden zählt nur das Ziel: Wer das Produkt ins Land bringt, macht sich strafbar - egal, ob er es für sich selbst kauft oder verschenkt.

Die Strafen sind nicht zu unterschätzen: Bei Erstvergehen droht eine Geldstrafe von bis zu 20.000 SEK (ca. 1.700 Euro). Bei Wiederholung oder wenn größere Mengen betroffen sind, kann es zu einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr kommen. Auch der Besitz von THCP-Gummibärchen in Ihrer Wohnung kann als „Besitz einer illegalen Droge“ gewertet werden - auch wenn Sie sie nicht konsumiert haben.

Polizist untersucht mit Lupe versteckte THCP-Moleküle unter einer CBD-Verpackung

Gibt es Ausnahmen für medizinische oder wissenschaftliche Zwecke?

Nein. Schweden erlaubt keine medizinische Verwendung von THCP - nicht einmal verschreibungspflichtig. Im Gegensatz zu Ländern wie Deutschland oder Kanada gibt es hier keine Sondergenehmigungen für Cannabinoid-Produkte, die nicht aus traditionellem Cannabis stammen. Selbst klinische Studien mit THCP sind nicht zugelassen, weil die Behörden das Risiko als zu hoch einstufen.

Einige Unternehmen versuchen, THCP als „Nahrungsergänzungsmittel“ zu verkaufen, aber die schwedische Lebensmittelbehörde (Livsmedelsverket) hat 2023 klar gestellt: „Cannabinoide mit psychoaktiver Wirkung gehören nicht in Lebensmittel.“ Jeder Hersteller, der THCP in Gummibärchen oder Süßigkeiten verwendet, verstößt gegen das Lebensmittelgesetz - und das Drogenrecht.

Was passiert, wenn Sie THCP-Gummibärchen aus dem Ausland mitbringen?

Wenn Sie THCP-Gummibärchen aus Österreich, Deutschland oder den Niederlanden nach Schweden bringen - etwa im Koffer oder per Post - dann riskieren Sie eine Beschlagnahmung und mögliche rechtliche Konsequenzen. Die Zollbehörde in Stockholm, Malmö oder Göteborg scannt regelmäßig Pakete und Reisende, die aus Ländern mit laxeren Cannabinoid-Gesetzen kommen.

Es gibt keine „kleine Menge“-Ausnahme. Selbst ein einzelnes Gummibärchen kann als Straftat gelten. Die Polizei führt in der Regel keine Probenanalyse durch - wenn das Produkt als „Cannabinoid“ oder „THCP“ auf der Verpackung steht, ist es verboten. Selbst wenn die Verpackung „CBD“ sagt, aber die Inhaltsstoffe THCP enthalten, wird es als illegal eingestuft.

Reisende, die bereits mit THCP-Gummibärchen erwischt wurden, berichten von einer einfachen, aber schockierenden Prozedur: Die Produkte werden beschlagnahmt, ein Protokoll wird erstellt, und Sie bekommen einen Hinweis, dass Sie sich bei der Drogenbehörde melden müssen. In den meisten Fällen wird eine Geldstrafe verhängt - aber es gibt auch Fälle, in denen Menschen wegen „Drogenbesitz“ vor Gericht landen.

Gegensatz: versteckte THCP-Gummibärchen vs. legaler CBD-Produkt mit Labortest

Was ist mit CBD-Gummibärchen? Sind die legal?

Ja - aber nur unter strengen Bedingungen. CBD-Gummibärchen sind in Schweden legal, wenn sie kein THC enthalten und keine psychoaktive Wirkung haben. Das bedeutet: Der THC-Gehalt muss unter 0,0 % liegen. Selbst 0,01 % THC kann das Produkt illegal machen.

Viele Hersteller nutzen das, um Kunden zu täuschen. Sie verkaufen „CBD-Gummibärchen mit Spuren von THC“ - aber in Schweden gibt es keine „Spuren“. Entweder es ist da, oder es ist nicht da. Und wenn es da ist, ist es verboten.

Wenn Sie CBD-Gummibärchen kaufen wollen, achten Sie auf den Laborbericht (Certificate of Analysis). Er muss von einem unabhängigen, akkreditierten Labor stammen und explizit „0,00 % THC“ angeben. Nur dann ist das Produkt legal. Und selbst dann dürfen Sie es nicht als „wirkt beruhigend“ oder „hilft bei Angst“ bewerben - das wäre eine medizinische Aussage, die in Schweden ohne Zulassung verboten ist.

Was ist die Zukunft von THCP in Schweden?

Die Tendenz ist klar: Schweden wird seine Regeln noch strenger machen. Die EU-Kommission hat 2025 eine neue Richtlinie zur Kontrolle synthetischer Cannabinoide vorgeschlagen, die Schweden bereits vorab umsetzt. THCP wird in den nächsten Monaten explizit in die Verbotsliste aufgenommen - es wird nicht mehr genügen, dass es „ähnlich wie THC“ wirkt. Es wird als eigenständige, verbotene Substanz benannt.

Andere Länder wie Deutschland, Frankreich oder die Niederlande haben bereits mit der Regulierung von THCP begonnen - aber Schweden geht weiter. Hier geht es nicht um „Verantwortung“ oder „Aufklärung“. Hier geht es um ein klares Verbot. Keine Grauzone. Keine Ausnahmen.

Wenn Sie THCP-Gummibärchen ausprobieren möchten, tun Sie es nicht in Schweden. Es ist nicht nur illegal - es ist gefährlich. Die Wirkung ist unvorhersehbar, die Qualität der Produkte ist oft schlecht kontrolliert, und die rechtlichen Folgen können Ihr Leben verändern.

Was können Sie stattdessen tun?

Wenn Sie nach einer sanften, legalen Alternative suchen, dann konzentrieren Sie sich auf CBD-Gummibärchen mit 0,00 % THC - und nur von vertrauenswürdigen Anbietern, die Laborberichte öffentlich bereitstellen. Oder probieren Sie andere, gut erforschte Naturstoffe wie Melatonin, Magnesium oder Ashwagandha - sie sind legal, sicher und wirken oft genauso gut wie THCP, ohne das Risiko.

Es gibt keinen Grund, sich für THCP zu entscheiden, wenn es in Ihrem Land verboten ist. Die Wirkung mag verlockend sein - aber die Konsequenzen sind real, dauerhaft und schwer zu rückgängig zu machen.

Ist THCP in Schweden legal?

Nein, THCP ist in Schweden nicht legal. Es gilt als psychoaktive Substanz mit ähnlicher Wirkung wie THC und fällt daher unter das schwedische Drogenverbot. Ob es synthetisch hergestellt oder aus Cannabis gewonnen wurde, spielt keine Rolle - die Wirkung entscheidet.

Kann ich THCP-Gummibärchen aus Deutschland nach Schweden bringen?

Nein. Selbst kleine Mengen von THCP-Gummibärchen werden von der schwedischen Zollbehörde beschlagnahmt. Der Besitz oder die Einfuhr gilt als illegaler Drogenbesitz, unabhängig davon, ob Sie sie für sich selbst oder zum Verschenken mitbringen.

Was passiert, wenn ich THCP-Gummibärchen in Schweden kaufe?

Der Kauf von THCP-Gummibärchen in Schweden ist illegal. Sie können mit einer Geldstrafe von bis zu 20.000 SEK belegt werden. Bei wiederholten Verstößen oder bei größeren Mengen droht eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr.

Gibt es eine Ausnahme für medizinische Zwecke?

Nein. Schweden erlaubt keine medizinische Verwendung von THCP, selbst nicht verschreibungspflichtig. Weder Ärzte noch Apotheken dürfen THCP-Produkte ausgeben - es gibt keine Zulassung dafür.

Sind CBD-Gummibärchen in Schweden legal?

Ja, aber nur wenn sie 0,00 % THC enthalten. Jede Spur von THC macht das Produkt illegal. Außerdem dürfen keine medizinischen Aussagen wie „hilft bei Schmerzen“ gemacht werden. Nur reine CBD-Produkte ohne jegliche psychoaktive Wirkung sind erlaubt.