Wenn du CBD einnimmst, fragst du dich vielleicht: CBD ist ja natürlicher als viele Medikamente - aber tut es deiner Leber etwas? Die Angst ist nicht unbegründet. Immer wieder tauchen Warnungen auf, besonders wenn du CBD als Öl, Kapsel oder Tropfen nimmst. Doch was ist dran an den Gerüchten? Ist CBD wirklich schwer für die Leber? Oder ist das nur eine Überreaktion auf schlecht durchgeführte Studien?
Die Studie, die alles verändert hat
Im Jahr 2019 veröffentlichte das Journal of Clinical Pharmacology eine Studie, die viele in Alarmstimmung versetzte. Forscher gaben Mäusen und Ratten sehr hohe Dosen von CBD - bis zu 200 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Das ist das Äquivalent von mehr als 14 Gramm CBD pro Tag für einen 70-Kilo-Menschen. Bei diesen Dosen stiegen die Leberenzyme ALT und AST an, was auf eine Belastung der Leber hindeutet.
Doch hier liegt der Hase im Pfeffer: Niemand nimmt 14 Gramm CBD pro Tag ein. Die typische Tagesdosis liegt zwischen 10 und 50 Milligramm. Selbst bei hohen therapeutischen Dosen von 200 mg täglich - die manchmal bei Epilepsie oder schweren Schmerzen eingesetzt werden - liegt die Dosis um das 70-Fache niedriger als in der Studie. Die Ergebnisse aus der Tierversuchsstudie lassen sich nicht einfach auf Menschen übertragen, die CBD in normalen Mengen nehmen.
Was sagen Studien an Menschen?
In klinischen Studien mit Menschen, die CBD für Epilepsie einnahmen, wurden Leberwerte regelmäßig überwacht. Die meisten Teilnehmer nahmen 10 bis 20 mg CBD pro Kilogramm Körpergewicht - das sind bei einem 60-Kilo-Menschen bis zu 1200 mg täglich. In diesen Studien stiegen die Leberwerte bei etwa 5 bis 10 % der Probanden leicht an. Doch in den meisten Fällen war der Anstieg gering, und die Werte normalisierten sich, sobald die Dosis reduziert oder das CBD abgesetzt wurde.
Ein wichtiger Punkt: Diese Patienten nahmen oft auch andere Medikamente ein, wie Valproat oder Clobazam. Diese Medikamente belasten die Leber ebenfalls. Es ist schwer zu sagen, ob die Leberbelastung allein von CBD kam oder von der Kombination mit anderen Substanzen. In einer Analyse von 1.400 Patienten mit Epilepsie, die CBD erhielten, zeigten nur 3 % einen klinisch relevanten Leberwertanstieg, der eine Dosisanpassung erforderte.
Wie wirkt CBD auf die Leber?
Die Leber ist dein Hauptabbauorgan für alles, was du einnimmst - ob Medikamente, Alkohol oder pflanzliche Stoffe. CBD wird hauptsächlich von einem Enzymsystem namens Cytochrom P450 verarbeitet. Dieses System ist auch für den Abbau von etwa 60 % aller verschriebenen Medikamente zuständig. CBD hemmt kurzfristig einige dieser Enzyme. Das bedeutet: Wenn du CBD mit anderen Medikamenten kombinierst, kann es passieren, dass diese langsamer abgebaut werden und sich im Körper anreichern.
Das ist kein Problem, wenn du CBD allein nimmst. Aber wenn du beispielsweise Blutverdünner, Antidepressiva oder Blutdruckmittel einnimmst, kann die Kombination mit CBD zu unerwarteten Wirkungen führen. Das ist kein direkter Leberschaden - sondern eine Wechselwirkung. Die Leber selbst bleibt gesund, aber sie muss mehr arbeiten, um den Stoffwechsel im Gleichgewicht zu halten.
Was ist mit THC? Ist CBD sicherer?
THC und CBD sind beide Cannabinoide - aber sie wirken völlig anders. THC bindet direkt an CB1-Rezeptoren im Gehirn und verursacht den Rausch. CBD hat kaum Bindung an diese Rezeptoren und wirkt eher als Modulator. Was die Leber angeht: THC wird ebenfalls über das Cytochrom P450-System abgebaut. Es gibt keine Hinweise darauf, dass THC die Leber stärker belastet als CBD. Beide Substanzen sind bei normaler Dosis gut verträglich.
Der Unterschied liegt in der Dosis und der Kombination. THC wird oft in Form von Gummies oder extrahierten Ölen konsumiert - manchmal mit Zusatzstoffen wie Zucker, Farbstoffen oder künstlichen Aromen. Diese Zusatzstoffe können die Leber mehr belasten als das THC selbst. CBD-Öle hingegen enthalten oft nur Öl (z. B. Kokosnuss- oder Hanföl) und natürliche Terpene. Weniger Zusatzstoffe = weniger Belastung für die Leber.
Wer sollte vorsichtig sein?
Nicht jeder kann CBD bedenkenlos einnehmen. Wenn du bereits eine Lebererkrankung hast - etwa Fettleber, Hepatitis oder Zirrhose - solltest du vor der Einnahme mit deinem Arzt sprechen. Auch wenn du Medikamente nimmst, die über das P450-System abgebaut werden, ist eine Abstimmung wichtig.
Einige Medikamente, die mit CBD potenziell interagieren, sind:
- Blutverdünner wie Warfarin
- Antiepileptika wie Valproat oder Clobazam
- Antidepressiva wie Sertralin oder Fluoxetin
- Blutdruckmittel wie Amlodipin
- Cholesterinsenker wie Atorvastatin
Wenn du eines dieser Medikamente nimmst, ist eine Blutuntersuchung vor und nach Beginn der CBD-Einnahme sinnvoll. Dein Arzt kann die Leberwerte ALT, AST und GGT überprüfen. Ein leichter Anstieg ist nicht automatisch ein Problem - aber wenn die Werte über drei Mal den Normalwert steigen, sollte die Dosis reduziert werden.
Wie kannst du CBD sicher einnehmen?
Wenn du CBD ausprobieren willst, gibt es einfache Regeln, um Risiken zu minimieren:
- Beginne mit niedrigen Dosen: 5-10 mg pro Tag. Beobachte, wie dein Körper reagiert.
- Wähle hochwertige Produkte: Achte auf Dritte-Prüfberichte (COA) - sie zeigen, ob das Produkt wirklich das enthält, was auf der Flasche steht, und ob es Schadstoffe wie Schwermetalle oder Pestizide enthält.
- Vermeide Kombinationen mit Alkohol oder Hepatotoxika: Alkohol belastet die Leber stark. Kombiniere CBD nicht mit übermäßigen Mengen Alkohol oder Paracetamol.
- Überwache deine Leberwerte: Wenn du länger als 3 Monate CBD nimmst und bereits Risikofaktoren hast, lass dich einmal jährlich untersuchen.
- Vermeide künstliche Zusatzstoffe: CBD-Öle mit Aromen, Zucker oder Konservierungsstoffen sind weniger rein. Wähle unverfälschte, vollspektrale oder isolate Produkte.
Was passiert, wenn du zu viel CBD nimmst?
Es gibt keine bekannten Todesfälle durch CBD-Überdosis. Selbst Dosen von 1.500 mg pro Tag wurden in Studien über Wochen hinweg gut vertragen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Müdigkeit, trockener Mund oder leichte Magenbeschwerden - keine Leberschäden.
Einige Menschen berichten von einer leichten Übelkeit, wenn sie CBD auf nüchternen Magen einnehmen. Das ist kein Leberproblem, sondern eine Reaktion des Magen-Darm-Trakts. Nimm CBD nach dem Essen - das reduziert solche Beschwerden deutlich.
Die Wahrheit: CBD ist für die meisten Leberfreundlich
Die Angst, CBD könnte die Leber schädigen, basiert auf einer Verzerrung: hohe Dosen in Tierversuchen werden als Risiko für Menschen dargestellt. In der Realität - bei normaler, verantwortungsvoller Nutzung - ist CBD eine der sichersten Substanzen, die du zur Unterstützung deiner Gesundheit einnehmen kannst.
Im Gegensatz zu vielen verschreibungspflichtigen Medikamenten, die regelmäßig Leberwerte erhöhen, zeigt CBD bei den meisten Menschen keine klinisch relevanten Veränderungen. Selbst bei hohen Dosen bleibt die Leberfunktion in den meisten Fällen stabil.
Wenn du gesund bist, keine Medikamente nimmst und CBD in einer vernünftigen Dosis verwendest, ist die Wahrscheinlichkeit, dass CBD deiner Leber schadet, extrem gering. Viel wahrscheinlicher ist, dass du durch CBD besser schläfst, weniger Schmerzen hast und deine allgemeine Lebensqualität steigt - ohne die Leber zu belasten.
Was ist mit CBD-Gummies?
CBD-Gummies sind beliebt - aber sie enthalten oft Zucker, Farbstoffe und künstliche Aromen. Diese Zusatzstoffe können die Leber mehr belasten als das CBD selbst. Wenn du Gummies nimmst, schau dir die Zutatenliste genau an. Wähle Produkte mit weniger als 3 Gramm Zucker pro Gummy und ohne künstliche Inhaltsstoffe. Besser noch: Nimm flüssiges CBD-Öl - es ist reiner, dosierbarer und weniger belastend für den Körper.
Wenn du unsicher bist - was dann?
Wenn du nicht weißt, ob CBD für dich geeignet ist, sprich mit deinem Hausarzt oder einem Facharzt für Integrative Medizin. Sag ihm oder ihr genau, welche Dosis du nimmst, wie oft und warum. Bring einen Produktetikett mit - das hilft, Wechselwirkungen zu erkennen.
Es gibt keine Notwendigkeit, Angst vor CBD zu haben - aber es gibt eine Notwendigkeit, verantwortungsvoll damit umzugehen. Wie bei allem: Qualität, Dosis und Kontext entscheiden, ob etwas gut oder schlecht ist.
Kann CBD Leberschäden verursachen?
Bei normalen Dosen von CBD - also 10 bis 100 mg pro Tag - gibt es keine Hinweise auf Leberschäden bei gesunden Menschen. Hohe Dosen in Tierversuchen (über 200 mg/kg) zeigten Anstiege von Leberenzymen, aber diese Dosen sind unrealistisch hoch für menschliche Anwender. In klinischen Studien mit Menschen stiegen die Leberwerte nur bei 5-10 % der Probanden leicht an, und das meist nur in Kombination mit anderen Medikamenten.
Ist CBD sicherer als THC für die Leber?
CBD und THC werden beide über das gleiche Leberenzym-System abgebaut und haben ähnliche Metabolisierungsmuster. Es gibt keine klaren Hinweise, dass THC die Leber stärker belastet als CBD. Der entscheidende Unterschied liegt in den Zusatzstoffen: CBD-Öle sind oft reiner als THC-Gummies, die Zucker und künstliche Aromen enthalten - und diese Zusatzstoffe können die Leber mehr belasten als das THC selbst.
Welche Medikamente interagieren mit CBD?
CBD hemmt das Cytochrom P450-Enzymsystem, das viele Medikamente abbaut. Dazu gehören Blutverdünner (Warfarin), Antiepileptika (Valproat, Clobazam), Antidepressiva (Sertralin), Blutdruckmittel (Amlodipin) und Cholesterinsenker (Atorvastatin). Die Kombination kann dazu führen, dass diese Medikamente länger im Körper bleiben - was zu stärkeren Wirkungen oder Nebenwirkungen führen kann. Sprich mit deinem Arzt, wenn du diese Medikamente einnimmst.
Sollte ich meine Leberwerte überprüfen lassen?
Wenn du CBD regelmäßig einnimmst und bereits eine Lebererkrankung hast oder Medikamente nimmst, die die Leber belasten, ist eine Blutuntersuchung sinnvoll. Die Werte ALT, AST und GGT zeigen, ob deine Leber belastet ist. Ein leichter Anstieg ist normal - aber wenn die Werte über drei Mal den Normalwert steigen, sollte die CBD-Dosis reduziert oder abgesetzt werden.
Ist CBD-Gummies schlechter für die Leber als CBD-Öl?
CBD-Gummies enthalten oft Zucker, künstliche Aromen und Farbstoffe - diese Zusatzstoffe können die Leber mehr belasten als das CBD selbst. CBD-Öl ist meist reiner und enthält nur Trägeröle und natürliche Cannabinoide. Wenn du Gummies nimmst, wähle Produkte mit minimalen Zusätzen. Besser ist es, flüssiges CBD-Öl zu verwenden - es ist dosierbarer, reiner und weniger belastend für den Körper.