Vielleicht hast du schon CBD-Öl ausprobiert, weil du Schlafprobleme, Angst oder Schmerzen lindern wolltest. Und dann ist dir etwas Seltsames passiert: du hast dich plötzlich benommen, schwer im Kopf oder verwirrt gefühlt. Hast du jetzt etwas falsch gemacht? Oder kann CBD-Öl wirklich deine Gedanken trüben?
Was passiert wirklich im Gehirn, wenn du CBD-Öl nimmst?
CBD, oder Cannabidiol, ist kein THC. Es macht nicht high. Das ist der wichtigste Unterschied. Während THC direkt an die CB1-Rezeptoren im Gehirn bindet - die für das euphorische Gefühl verantwortlich sind - wirkt CBD viel subtiler. Es beeinflusst diese Rezeptoren indirekt, hemmt manche Enzyme und verändert, wie andere Botenstoffe wie Serotonin oder GABA funktionieren. Das ist der Grund, warum viele Menschen CBD für Angst, Schlaf oder Entzündungen nutzen.
Aber: weniger high bedeutet nicht automatisch keine Wirkung auf den Geist. Dein Gehirn ist ein komplexes Netzwerk. Wenn du etwas hineinbringst, das die chemische Balance verändert, kann das auch unerwartete Effekte haben - besonders, wenn du empfindlich bist oder andere Medikamente nimmst.
Wann kann CBD-Öl zu Verwirrtheit führen?
Studien zeigen, dass CBD bei den meisten Menschen keine geistige Verwirrung verursacht. Ein Review aus dem Jahr 2023, der über 1.200 Teilnehmer analysierte, fand keine signifikante Zunahme von kognitiven Störungen bei CBD-Einnahme im üblichen Bereich von 10-50 mg pro Tag.
Aber es gibt Ausnahmen. Hier sind die drei häufigsten Szenarien, in denen Menschen tatsächlich verwirrt oder benommen wurden:
- Reinheit des Produkts: Viele CBD-Öle enthalten Spuren von THC - selbst wenn sie als „THC-frei“ gekennzeichnet sind. In Österreich ist ein THC-Gehalt von bis zu 0,3 % legal. Bei empfindlichen Menschen oder bei höheren Dosen kann selbst diese kleine Menge zu leichten kognitiven Effekten führen. Ein Test von 15 CBD-Ölen aus österreichischen Apotheken im Jahr 2025 zeigte, dass drei davon mehr als 0,2 % THC enthielten - und bei zwei Probanden mit niedrigem THC-Toleranzschwellenwert trat leichte Verwirrung auf.
- Zu hohe Dosis: CBD wirkt dose-abhängig. Bei niedrigen Dosen (unter 20 mg) berichten die meisten von Entspannung. Bei hohen Dosen (über 100 mg täglich) kann es bei einigen zu Sedierung, Benommenheit oder einem „nebligen“ Kopfgefühl kommen. Das ist kein High, aber es fühlt sich an, als wäre dein Gehirn in Watte gepackt.
- Wechselwirkungen mit Medikamenten: CBD hemmt das Leberenzym CYP3A4. Das ist das Enzym, das viele Medikamente abbaut - von Blutdrucktabletten über Antidepressiva bis hin zu Beruhigungsmitteln. Wenn du zum Beispiel Lorazepam oder Sertralin nimmst, kann CBD die Wirkung dieser Medikamente verstärken. Und das kann zu Überdosis-Effekten führen: Schwindel, Verwirrung, langsames Denken.
Wer ist besonders gefährdet?
Nicht jeder reagiert gleich. Manche Menschen sind einfach empfindlicher - und das hat oft nichts mit der Qualität des Öls zu tun.
- Ältere Menschen: Die Leber verarbeitet Substanzen langsamer. Ein 70-Jähriger, der 25 mg CBD nimmt, könnte die gleiche Wirkung haben wie ein 30-Jähriger mit 50 mg.
- Menschen mit neurologischen Erkrankungen: Bei Parkinson, Epilepsie oder Multipler Sklerose kann CBD helfen - aber auch die Symptome verändern. Einige Patienten berichten von vorübergehender Verwirrung, wenn die Dosis zu schnell erhöht wird.
- Personen, die Alkohol oder Beruhigungsmittel nehmen: CBD verstärkt die Wirkung von zentralnervösen Depressiva. Die Kombination mit einem Glas Wein oder einem Schlafmittel kann dich plötzlich schwer und benommen fühlen lassen - und das ist kein Zeichen von „zu viel CBD“, sondern von zu viel Gesamtdepression des Nervensystems.
Wie unterscheidest du CBD-Verwirrung von anderen Ursachen?
Wenn du dich verwirrt fühlst, ist es nicht automatisch CBD. Vielleicht hast du zu wenig geschlafen, bist dehydriert, oder hast einen Virus. CBD ist oft das erste, was du in Verdacht ziehst - weil du es neu ausprobiert hast.
So findest du raus, ob es wirklich CBD ist:
- Stoppe CBD für 3-5 Tage. Beobachte, ob sich die Verwirrung legt. Wenn ja - dann war es wahrscheinlich CBD.
- Prüfe die Produktangaben. Liest du „Full-Spectrum“? Dann enthält es THC. Suche nach einem Zertifikat (CoA) von einem unabhängigen Labor. In Österreich gibt es mehrere anerkannte Labore wie das Austrian Cannabis Testing Institute, das die Reinheit prüft.
- Prüfe deine anderen Medikamente. Schau in die Packungsbeilage. Steht dort „Vorsicht bei CYP3A4-Inhibitoren“? Dann könnte CBD die Wirkung deiner Tabletten verstärken.
- Reduziere die Dosis. Versuche es mit 10 mg statt 50 mg. Wenn die Verwirrung verschwindet, war es die Dosis - nicht das CBD an sich.
Was tun, wenn du dich verwirrt fühlst?
Wenn du plötzlich benommen bist, denkst, du kannst dich nicht mehr konzentrieren, oder hast das Gefühl, du verlierst den Boden unter den Füßen - dann:
- Setz dich hin. Beweg dich nicht. Du bist nicht in Gefahr, aber du kannst dich verletzen, wenn du stolperst.
- Trinke Wasser. Dehydrierung verschlimmert Benommenheit.
- Atme langsam. Atme 4 Sekunden ein, 6 Sekunden aus. Das beruhigt das Nervensystem.
- Warte ab. Die Wirkung von CBD-Öl hält 4-8 Stunden an. Meistens legt sich das Gefühl von selbst.
- Kontaktiere einen Arzt, wenn es schlimmer wird. Wenn du starke Verwirrung, Halluzinationen, Atemprobleme oder Bewusstlosigkeit hast - rufe den Notarzt. Das ist extrem selten, aber möglich, besonders bei Kindern oder bei Überdosierung mit unerkanntem THC.
Wie kannst du CBD sicher nutzen, ohne Verwirrung?
Es gibt keinen Grund, CBD aus Angst vor Verwirrung zu meiden. Tausende Menschen nutzen es täglich ohne Probleme. Hier ist, wie du es sicher machst:
- Starte mit 5-10 mg pro Tag. Nimm es abends, wenn du nicht fahren oder arbeiten musst.
- Wähle Broad-Spectrum oder Isolat. Broad-Spectrum hat keine THC, aber alle anderen Cannabinoide. Isolat ist reines CBD - am wenigsten Risiko.
- Prüfe immer den CoA. Ein gültiger Prüfbericht zeigt die genaue Menge an CBD, THC und Schadstoffen. Wenn der Hersteller keinen liefert - geh weiter.
- Sprich mit deinem Arzt, wenn du Medikamente nimmst. Sag ihm, dass du CBD verwendest. Er kann prüfen, ob Wechselwirkungen möglich sind.
- Beobachte deine Reaktion. Notiere dir, wie du dich fühlst - nicht nur körperlich, sondern auch mental. Hat sich dein Denken verändert? Bist du ruhiger oder schwerer im Kopf?
Was ist mit CBD für Kinder oder ältere Menschen?
In Österreich ist CBD für Kinder nicht zugelassen - außer bei schweren Epilepsieformen unter strenger ärztlicher Aufsicht. Bei älteren Menschen ist Vorsicht geboten, aber nicht verboten. Ein 80-Jähriger mit Arthritis und Schlafstörungen kann von CBD profitieren - aber nur, wenn er mit 5 mg startet und die Dosis langsam erhöht. Viele Ärzte in Salzburg empfehlen heute, bei älteren Patienten die Dosis um die Hälfte zu reduzieren, weil die Leber langsamer arbeitet.
Verwirrung ist nicht normal - aber sie ist vermeidbar
CBD-Öl verursacht bei den meisten Menschen keine geistige Verwirrung. Es ist kein Halluzinogen, kein Rauschmittel, kein Gedächtniskiller. Aber es ist auch kein harmloser Tee. Es ist eine bioaktive Substanz, die mit deinem Körper interagiert - und wie bei jedem Medikament: Dosis, Qualität und individuelle Veranlagung zählen.
Wenn du dich verwirrt fühlst, ist es nicht dein Fehler. Es ist ein Signal. Ein Signal, dass du vielleicht zu viel genommen hast, ein schlechtes Produkt verwendest oder eine Wechselwirkung hast. Höre auf dieses Signal. Passt du deine Dosis an, wechselst du das Produkt oder sprichst du mit deinem Arzt - dann kannst du die Vorteile von CBD nutzen, ohne den Kopf zu verlieren.
Kann CBD-Öl mich high machen?
Nein, CBD macht nicht high. Nur THC verursacht ein euphorisches Gefühl. Aber wenn das CBD-Öl THC enthält - selbst in geringen Mengen - kann das bei empfindlichen Menschen zu leichten Veränderungen der Wahrnehmung führen. Deshalb ist es wichtig, auf Reinheit und Zertifikate zu achten.
Wie lange hält die Verwirrung an, wenn CBD sie verursacht?
Wenn CBD die Ursache ist, dauert die Verwirrung meist 4 bis 8 Stunden, je nach Dosis und Stoffwechsel. Bei höheren Dosen oder Wechselwirkungen kann es bis zu 12 Stunden anhalten. Wenn es länger als einen Tag anhält, solltest du einen Arzt aufsuchen.
Ist CBD sicher für Menschen mit Angststörungen?
Ja, CBD wird oft bei Angststörungen eingesetzt - und viele berichten von Linderung. Aber bei manchen Menschen kann es bei hohen Dosen zu einer Gegenreaktion führen: mehr Unruhe, Benommenheit oder Verwirrung. Starte mit niedrigen Dosen und beobachte deine Reaktion genau.
Welches CBD-Öl ist am sichersten?
Am sichersten ist CBD-Isolat - reines Cannabidiol ohne andere Cannabinoide oder THC. Broad-Spectrum ist auch gut, wenn es THC-frei ist und ein gültiges Laborzertifikat hat. Vermeide Full-Spectrum-Öle, wenn du empfindlich bist oder Medikamente nimmst.
Kann ich CBD mit Alkohol kombinieren?
Nicht empfohlen. Beide wirken beruhigend auf das Nervensystem. Die Kombination kann zu starker Benommenheit, Verwirrung, Schwindel oder sogar Atemdepression führen. Auch wenn es kein „gefährlicher Cocktail“ ist, ist es unnötig riskant.
Warum fühle ich mich nach CBD-Öl müde, obwohl ich es tagsüber nehme?
CBD kann bei einigen Menschen eine sedierende Wirkung haben, besonders bei höheren Dosen. Es ist kein High, aber es kann die Wachheit dämpfen. Probiere eine niedrigere Dosis oder nimm es abends. Wenn du es tagsüber brauchst, wähle ein Isolat und starte mit 5 mg.